Vom Manager zum Leader – Persönliche Führungsstärke entwickeln
Vom Manager zum Leader – Persönliche Führungsstärke entwickeln
online
Gabriele Maessen
Human Resources & Employer Branding Hotellerie Organisation & Führung

Gabriele Maessen, MA
Senior Beraterin
Berlin, Deutschland
gabriele.maessen@kohl-partner.eu+49 175 589 5285Zum AutorEin persönlicher Impuls von Gabriele Maessen
Junge Menschen erwarten heute mehr von ihrem Arbeitsplatz als eine sichere Position und ein geregeltes Einkommen. Sie möchten verstehen, wofür ein Unternehmen steht, welchen Beitrag sie leisten können und ob ihre persönlichen Werte zur Unternehmenskultur passen.
Eine glaubwürdige Kultur schafft Orientierung und Zugehörigkeit. Sie motiviert junge Menschen und gibt ihnen die Kraft, sich für etwas einzusetzen, hinter dem sie wirklich stehen. Deshalb müssen wir sie dort abholen, wo sie stehen – mit ihren Erwartungen, Ideen und individuellen Fähigkeiten.
Ich arbeite seit vielen Jahren mit jungen Menschen: als Führungskraft in der internationalen Hotellerie, als Beraterin und Trainerin sowie als Dozentin an Hochschulen. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass jeder Jahrgang anders ist und eigene Präferenzen mitbringt. Führungskräfte müssen bereit sein, diese Veränderungen zu verstehen und sich darauf einzulassen. Es reicht nicht, die eigenen Erfahrungen und Erwartungen einfach auf eine neue Generation zu übertragen.

© Unsplash
Junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen – wenn sie wissen, welches Ziel erreicht werden soll, welche Spielräume sie haben und dass ihnen etwas zugetraut wird. Verantwortung entsteht deshalb immer durch Klarheit und Vertrauen.
Dafür braucht es keine komplizierten Regelwerke. Wenige, leicht verständliche Leitplanken reichen oft aus. Innerhalb dieses Rahmens sollten Mitarbeitende ausprobieren, entscheiden und eigene Erfahrungen sammeln dürfen.
Was soll wirklich so viel falsch laufen, wenn Ziel und Grenzen klar definiert sind?
Wer jungen Menschen Vertrauen schenkt, motiviert sie und kann sie dazu beflügeln, über sich hinauszuwachsen. Dabei müssen Führungskräfte nicht jeden einzelnen Schritt kontrollieren. Ihre Aufgabe besteht darin, Orientierung zu geben, erreichbar zu bleiben und Fehler als Teil eines Lernprozesses zuzulassen.
Eine der wichtigsten Führungsaufgaben besteht für mich darin, die tatsächlichen Stärken eines Menschen zu erkennen. Ein Job kann grundsätzlich attraktiv sein und trotzdem nicht zu einem Mitarbeiter passen, weil seine Fähigkeiten und Talente an einer ganz anderen Stelle liegen.
Wenn jemand mit einer Aufgabe nicht erfolgreich ist, bedeutet das nicht automatisch, dass dieser Mensch ungeeignet ist. Vielleicht befindet er sich lediglich in der falschen Rolle. Das als Führungskraft zu erkennen und gemeinsam einen besseren Platz zu finden, kann alles verändern.
Werden Aufgaben entsprechend den individuellen Stärken verteilt, können junge Mitarbeitende lernen, wachsen und Erfolg erleben. Am Ende gewinnen alle: Ein Mensch entdeckt seine Fähigkeiten und gewinnt Selbstvertrauen. Das Unternehmen erhält einen motivierten Mitarbeiter, der sich verbunden fühlt und dankbar dafür ist, dass er gefordert und zugleich gefördert wurde.
Aus Arbeit kann dann echte Freude entstehen. Diese Freude bleibt nicht beim einzelnen Mitarbeiter. Sie überträgt sich auf das Team und – gerade in der Hotellerie – unmittelbar auf die Gäste.
Moderne Führung bedeutet für mich deshalb, jungen Menschen nicht jeden Schritt vorzugeben, sondern ihnen einen klaren Rahmen zu bieten, ihre Stärken zu erkennen und ihnen etwas zuzutrauen.
Denn Führung zeigt sich nicht darin, wie viele Entscheidungen wir selbst treffen. Sie zeigt sich darin, wie viele Menschen durch unsere Führung den Mut entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und über sich hinauszuwachsen.
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