Verbundenheit als Stärke

Organisation & Führung
Verbundenheit als Stärke
Organisation & Führung Kommunikation

Mag. (FH) Rita Einöder
Managing Partner
Villach, Österreich
rita.einoeder@kohl-partner.at+43 4242 21123+43 664 40 16 755Zum AutorWie fühlt sich Gastgebersein heute an und welche Kompetenzen brauchen junge Menschen dafür. Mit dem LEADER Projekt Superhost: Hoamatg’fühl erleben haben elf Schülerinnen der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Lienz praxisnah erlebt, wie vielseitig Tourismus in der Privatzimmervermietung ist. Das Besondere daran: Eine Landwirtschaftsschule, eine Tourismusregion und der Privatvermieterverband investieren ganz bewusst in die touristische Jugend der Region und bringen damit Landwirtschaft und Tourismus auf eine neue, zukunftsorientierte Weise zusammen.
Gerade in Osttirol zeigt sich, wie eng bäuerliche Lebenswelt und Gastfreundschaft zusammengehören. Viele junge Menschen wachsen in landwirtschaftlich geprägten Familien auf, erleben Regionalität täglich und tragen ein feines Gespür für Qualität, Handwerk und echte Begegnung in sich. Dieses Potenzial wird mit dem Projekt aktiv gestärkt. Kompetenzen rund ums Gastgeben eröffnen neue Perspektiven für Betriebe und Regionen, auch für Angebote wie Urlaub am Bauernhof, wo authentische Einblicke, regionale Produkte und herzliche Gastgeberkultur zu einem stimmigen Urlaubserlebnis werden.
Im Mittelpunkt stand ein Lernformat, das Schule und Praxis bewusst verbindet: Für viele Workshop Tage wurde eine besondere Location gewählt, damit die Teilnehmerinnen neben wertvollem fachlichem Input auch echte Einblicke in Betriebe und Abläufe gewinnen konnten. Inhaltlich reichte die Bandbreite von Wunschgast Definition, Kommunikation und Beschwerdemanagement über Marketing und Verkauf bis hin zu Preisberechnung und Nachhaltigkeit sowie Organisation und Englisch im Gastgeberalltag. Die Schülerinnen gewannen außerdem einen Einblick in das Thema Steuerrecht und konnten sich mit Zeit- und Ressourcenmanagement auseinandersetzen. Ergänzend wurde sichtbar, wie gut sich touristisches Denken mit landwirtschaftlichen Stärken verbinden lässt, etwa wenn es um Hofprodukte, regionale Kreisläufe, saisonale Angebote oder erlebbare Landwirtschaft im Rahmen von Urlaub am Bauernhof geht.
Begleitet wurde der Prozess von regionalen Urlaub am Bauernhof Betrieben, dem Tourismusverband Osttirol, dem Privatvermieterverband Osttirol und der fachlichen Unterstützung durch Kohl und Partner.
„Dieses Projekt ist großartig, da es Partner von außen in die Schule bringt“, betont Markus Einhauer, Direktor der LLA Lienz. „Hier kann eine wertvolle Verbindung von Theorie und Praxis entstehen.“
Auch aus Sicht der Destination ist der Mehrwert klar: „Mit der LLA Lienz, den Schülerinnen und dem Lehrpersonal, haben wir die perfekten Partner gefunden, um dieses wichtige Thema der Privatvermietung nachhaltig zu stärken“, erklärt Barbara Nussbaumer, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Osttirol.
Die Idee für dieses Lernformat ist bereits vor einigen Jahren entstanden: Die ersten Gespräche fanden mit der damaligen Obfrau des Privatvermieter Verband Tirols (Alpine Gastgeber) Theresia Rainer und der nachfolgenden und aktuellen Obfrau von Osttirol Gerti Brugger statt. Beide freuen sich besonders, dass das Projekt nun erfolgreich durchgeführt werden konnte. Gerti Brugger, sagt: „Wir wollten unbedingt etwas aktiv umsetzen, um jungen Menschen Tourismus „ungeschminkt“ näherzubringen. Gleichzeitig war es uns wichtig aufzuzeigen, wie einfach, vielseitig und spannend touristische Konzepte sein können. Die LLA Lienz war und ist der perfekte Partner.“
Wie stark dieses Lernen im Tun wirkt, zeigt der Blick der Teilnehmerinnen: „Es ist ein sehr hilfreiches Projekt für meine Zukunft“, sagt Elena Mattersberger, Schülerin der LLA Lienz. Besonders wertvoll sei, dass viele Inhalte direkt anwendbar sind, unabhängig davon, ob später ein Familienbetrieb übernommen wird oder Kompetenzen in anderen Berufsfeldern gefragt sind. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein, dass sich landwirtschaftliche Identität und touristische Qualität gegenseitig stärken können, etwa wenn Höfe als Gastgeberorte neue Erfahrungen ermöglichen und mit Urlaub am Bauernhof zusätzliche Wertschöpfung in der Region bleibt.
Als fachliche Begleitung war Nina Pöllmann von Kohl & Partner vom ersten bis zum letzten Tag mit den Schülerinnen verbunden. Ihr Fazit: „Die Rückmeldungen und das Engagement der Schülerinnen zeigen sehr deutlich, dass das Projekt nicht nur Interesse geweckt hat, sondern auch nachhaltig Wirkung entfaltet. Für Kohl und Partner ist es ein besonders wertvoller Ansatz, junge Menschen zu begleiten, ihnen praxisnahe Einblicke zu ermöglichen und Orientierung für ihren weiteren Weg zu geben. Diese Form der Nachwuchsförderung wirkt langfristig, sowohl für die Schülerinnen als auch für die gesamte Branche, und leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunft des Tourismus.“
Der Projektabschluss fand am 20. Jänner 2026 im Müllerhof der LLA Lienz statt. Dort erhielten die Schülerinnen ihre Zertifikate – als sichtbares Zeichen für modernes Gastgebersein, das in der Region künftig weiterwirken soll.