Destination der Zukunft - Was touristische Destinationen in Zukunft erfolgreich macht

Destination
Destination der Zukunft - Was touristische Destinationen in Zukunft erfolgreich macht
Destination Produkt- & Erlebnisraumentwicklung Strategie

Stephanie Zorn, MA
Beraterin
Villach, Österreich
stephanie.zorn@kohl-partner.at+43 4242 21 123+43 660 63 96 196Zum AutorBeteiligung ist in der Tourismuspraxis angekommen. Kaum eine Destinationsstrategie kommt heute ohne sie aus, kaum ein Lebensraumprozess startet ohne Werkstatt, Zukunftsdialog oder Bürgerforum. Das ist gut so – denn die großen Themen unserer Regionen lassen sich nicht mehr im stillen Kämmerlein lösen. Ob Mobilität, Energie, Biodiversität oder Lebensqualität: Sie betreffen den gesamten Lebensraum und damit alle, die in ihm leben, arbeiten und Gäste empfangen.

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Doch zwischen dem Anspruch „Alle dürfen mitreden" und dem Ergebnis „Am Ende bewegt sich nichts" liegt oft nur ein schmaler Grat. Viele Beteiligungsformate enden mit einer langen Wunschliste, die in der Schublade verschwindet – und hinterlassen bei den Beteiligten genau das Gefühl, das sie eigentlich auflösen sollten: dass sich Engagement nicht lohnt. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob wir beteiligen, sondern wie: Wie viel Struktur braucht Partizipation, damit sie nicht im Chaos erstickt – und bleibt zugleich genug Freiraum, damit überhaupt etwas Neues entstehen kann?
Echte Partizipation ist mehr als das Einsammeln von Ideen. Sie muss ins Tun kommen, um etwas zu bewegen. Diese Betonung auf das Arbeiten klingt selbstverständlich, ist es in der Praxis aber noch zu selten. Denn ein offener Ideenabend ist schnell organisiert. Schwieriger – und entscheidend – ist die Frage, was mit den Ergebnissen danach passiert.
Wie das gelingen kann, zeigt der Prozess „Team Plateau" in der Region Seefeld, eine der österreichischen Vorreiterregionen in Sachen Nachhaltigkeit. Bei der Auftaktveranstaltung im Oktober 2025 kamen rund 80 Teilnehmer:innen zusammen, um entlang von fünf Handlungsfeldern – von nachhaltiger Mobilität über Energie und Biodiversität bis zu Erholungsraum und regionaler Landwirtschaft – konkrete Projekte für das gesamte Plateau zu entwickeln. Die klare Ansage an alle im Raum: Das Ergebnis soll keine Wunschliste werden. Gesucht waren startfähige Zukunftsprojekte mit echtem Mehrwert.
Aus der Begleitung dieses und vergleichbarer Lebensraumprozesse lassen sich vier Ansatzpunkte ableiten, mit denen aus Beteiligung Wirkung wird – übertragbar auf jede Destination, die gemeinde- und branchenübergreifend an ihrem Lebensraum arbeiten will.
Wer Beteiligung als bloßes Stimmungsbild begreift, wird enttäuscht. Wer sie hingegen als Arbeitsprozess versteht, erkennt: Struktur ist nicht das Gegenteil von Offenheit – sie ist die Voraussetzung dafür, dass Offenheit wirksam wird. Klare Handlungsfelder, ein offener Themenspeicher, ehrliche Priorisierung und eine engagierte Allianz der Willigen sorgen dafür, dass aus dem vielzitierten „Mitnehmen" der Bevölkerung tatsächlich ein gemeinsames Gestalten wird.
Denn die Logik dahinter ist einfach und gilt für jede Destination: Ein attraktiver Lebensraum für Einheimische ist auch ein attraktiver Arbeitsraum für Mitarbeitende und ein attraktiver Erlebnisraum für Gäste. Wer seine Bevölkerung wirklich beteiligt – mit dem richtigen Maß an Struktur und Freiraum – investiert damit direkt in die Zukunftsfähigkeit der gesamten Region.
Sie möchten in Ihrer Region einen Beteiligungs- oder Lebensraumprozess auf den Weg bringen, der nicht bei der Wunschliste stehen bleibt? Wir begleiten Destinationen von der Handlungsfeld-Architektur über die Moderation bis zur Umsetzungsbegleitung. Melden Sie sich gerne direkt bei Stephanie Zorn.