Destination  Kommunikation 

Erstellt: 02.03.2026
MA Jana Große Hokamp

Jana Große Hokamp, MA

Beraterin

Stuttgart, Deutschland

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Zuhören als strategischer Kompass

Wie das schwäbische Freilichtmuseum Illerbeuren seine Zukunft schärft

Wie zufrieden sind unsere Gäste? Warum kommen manche (noch) nicht? Und wie nehmen Einheimische und Partner:innen unsere Angebote wahr? – Fragen, die sich nicht nur Museen stellen, sondern jede touristische Einrichtung und Destination. Das Schwäbische Freilichtmuseum Illerbeuren hat gemeinsam mit Kohl > Partner in seinem 70-jährigen Bestehen erstmals eine umfassende Besucherbefragung durchgeführt.

Schwäbisches Freilichtmuseum Illerbeuren)

Die Ausgangslage: Drei Perspektiven, ein Ziel

Das Schwäbische Freilichtmuseum Illerbeuren hat gemeinsam mit Kohl & Partner einen umfassenden Prozess zur Besucherbefragung durchgeführt. Gemeinsam wurden Fragebögen für, aktuelle Gäste und die Bevölkerung (max.15 km) entwickelt, um herauszufinden: Warum kommen sie? Wie wird das Freilichtmuseum wahrgenommen? Welche Wünsche und Kritikpunkte gibt es – und über welche Kanäle informieren sich die verschiedenen Zielgruppen? Das Besondere: Auch potenzielle Gäste wurden über die Website angesprochen und zu ihren Besuchsabsichten und der Wahrnehmung des Museums befragt.

Einzelne Fragen – etwa zu Alter, Anreise oder Informationskanälen – wurden bewusst in allen drei Umfragen gestellt, um einen strukturierten Vergleich zu ermöglichen. So konnten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Gruppen klar herausgearbeitet werden.

Die Umfrage wurde von Kohl > Partner angelegt. Das Schwäbische Freilichtmuseum erstellte eigens hierfür eine Microsite, über die die Umfrage während einer Laufzeit von rund neun Wochen geteilt wurde. Zusätzlich sprach das Personal Gäste persönlich vor Ort an und füllten den Fragebogen aus.

Kohl & Partner übernahm die Auswertung der Umfrage und formulierte darauf basierend konkrete Handlungsempfehlungen unter Berücksichtigung aktueller Trends und Erfahrungen. Im Prozess der Auswertung kristallisierten sich vier zentrale Bereiche heraus: Angebot allgemein & speziell für Familien & Kinder, Gelände & Infrastruktur sowie Sonstiges. In diesen Bereichen wurden gezielte Handlungsempfehlungen sowie Projektideen herausgearbeitet und vereinzelt als Priorität markiert.

Vier zentrale Erkenntnisse für die Praxis

  • arrowboldUnterschiedliche Zielgruppen = unterschiedliche Wahrnehmungen & Bedürfnisse: Die Ergebnisse zeigen deutlich: Gäste, potenzielle Gäste und Einheimische bewerten das Freilichtmuseum aus unterschiedlichen Perspektiven. Während Gäste konkrete Erlebnisse reflektieren, betrachten Einheimische das Museum stärker als regionalen Identitätsort und potenzielle Gäste als gezielten Tagesausflug. Erst die Kombination dieser Sichtweisen ermöglicht eine ganzheitliche Weiterentwicklung.
  • arrowboldQualität braucht Kontextverständnis: Um gezielte und fundierte Handlungsempfehlungen treffen zu können, ist es – neben den Rückmeldungen aus den Umfragen – empfehlenswert, diese mit den Angeboten und dem Gelände vor Ort abzugleichen und so eine fachliche Bewertung der Rückmeldungen vorzunehmen. Nur so lassen sich Aussagen richtig einordnen und praxisnahe Lösungen entwickeln.
  • arrowboldVon der Meinung zur Maßnahme: Der eigentliche Mehrwert entsteht erst durch die strukturierte Auswertung und Kombination mit Erfahrungen und Trends. Die Rückmeldungen werden dadurch gebündelt, eingeordnet und in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzt. So werden aus subjektiven Meinungen strategische Handlungsempfehlungen.
  • arrowboldWiederholung zur Überprüfung und Entwicklung: Einmalige Befragungen können einen Status quo und gegebenenfalls Entwicklungen für einen gewissen Zeitraum darstellen. Empfehlenswert ist es jedoch, die Umfrage in regelmäßigen Abständen zu wiederholen, um aktuelle Entwicklungsbedarfe und -chancen zu identifizieren. Besonders bei organisatorischen Veränderungen, neuen Angebotsformaten oder strategischen Neuausrichtungen sind Umfragen ein wichtiges Steuerungsinstrument.

Fazit: Beteiligung schafft Orientierung und Akzeptanz

Das Projekt im Schwäbischen Freilichtmuseum Illerbeuren zeigt: Professionell konzipierte Befragungen sind weit mehr als ein Stimmungsbarometer. Sie sind ein strategisches Instrument, um Angebote gezielt weiterzuentwickeln, Ressourcen sinnvoll einzusetzen und Veränderungen nachvollziehbar zu begründen. Dieses Grundprinzip gilt generell für Freizeiteinrichtungen, Destinationen, Hotels und Erlebnisanbieter. Wer die Perspektiven seiner Zielgruppen kennt, kann fundierter entscheiden – und schafft eine Grundlage für Investitionen, Angebotsanpassungen und Positionierung. Gerade in Zeiten knapper Ressourcen und steigender Erwartungen ist datenbasierte Entwicklung kein Luxus – sondern Notwendigkeit.

Sie möchten selbst eine fundierte Besucher- oder Bürgerbefragung durchführen? Gerne unterstützen wir Sie bei Konzeption, Umsetzung, Auswertung und Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen. Sprechen Sie uns an – wir begleiten Sie von der ersten Fragestellung bis zur strategischen Umsetzung.

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