K>P Backstage Interview mit Wolfgang Breitfuß

Human Resources & Employer Branding
K>P Backstage Interview mit Wolfgang Breitfuß
Destination Strategie

Lena Helleisz, MA
Beraterin
Stuttgart, Deutschland
lena.helleisz@kohl-partner.eu+49 7171 94 770 11Zum AutorIm Jahr 2024 hat die der Westerwald Touristik-Service eine neue Tourismusstrategie verabschiedet – gemeinsam mit Kohl > Partner wurde diese in einem breiten Beteiligungsprozess erarbeitet, mit einem strategischen Rahmen sowie sehr praxisorientierten Handlungsempfehlungen. Seitdem hat sich in der Mittelgebirgsregion viel getan und die Umsetzung wird seit 2 Jahren konsequent verfolgt. Welche Rolle dabei die Strategie im Alltag spielt und was ihnen bei der Umsetzung hilft, verraten uns heute die beiden Interims-Geschäftsführer Oliver Filby und Jennifer Siebert im Interview.
1. Die Westerwald Tourismusstrategie 2024+ wurde vor gut 2 Jahren verabschiedet. Was sind für euch die größten Veränderungen in der Region, die ihr seitdem wahrnehmt?
Wir stellen fest, dass sich die Tourismusstrategie langsam aber sicher verfestigt und sich immer mehr Touristiker an ihr orientieren. Für die Arbeit des WTS ist sie mittlerweile der rote Leitfaden, der die Tourismusarbeit steuert. Bei allen Projekten wird stets geschaut, ob sie sich an den Zielen der Tourismusstrategie orientieren oder nicht. Das macht es manchmal auch einfacher zu argumentieren, warum ein Projekt vielleicht nicht durchgeführt wird, da es nicht zu den Zielen der Tourismusstrategie passt. Grundsätzlich sind 2 Jahre jedoch eine recht kurze Zeit, um verfestigte Strukturen und Denkmuster aufzubrechen und neue Ziele und eine gemeinsame Strategie in der und für die Region zu implementieren. Hier brauchen wir noch einen etwas längeren Atem, bis sich die Region als Einheit versteht und alle strategisch in die selbe Richtung laufen.
2. Vergangenes Jahr haben wir gemeinsam eine erste Evaluierung der Strategieumsetzung durchgeführt – und, das Feedback war insgesamt sehr positiv und ihr konntet bereits viele Projekte umsetzen und anstoßen. Das sehen wir in diesem Umfang nicht so oft. Was ist euer Erfolgsrezept?
Unser Erfolgsrezept liegt besonders in einer konsequenten und verbindlichen Umsetzung, die wir eng im Team und mit unseren Partnern verzahnen. Klare Zuständigkeiten, definierte Meilensteine und regelmäßige Abstimmungen sorgen dafür, dass Projekte nicht ins Stocken geraten. Gleichzeitig setzen wir auf eine offene und transparente Kommunikation – sowohl bei Fortschritten als auch bei Herausforderungen. Diese Kombination schafft Vertrauen, hält alle Beteiligten auf Kurs und stellt sicher, dass wir gemeinsam Verantwortung übernehmen und Dinge tatsächlich zu Ende bringen. Und wir versuchen wo möglich immer alle mitzunehmen und in den Prozess einzubinden. Denn nur gemeinsam können wir den Tourismus im Westerwald gestalten und weiter entwickeln.

© Westerwald Touristik-Service
Die Strategie ist für uns im Alltag weniger ein theoretisches Konstrukt als vielmehr ein operativer Kompass und klare Arbeitsgrundlage für die tägliche Arbeit im Westerwald. Sie gibt uns verbindliche Leitplanken für Entscheidungen und dient als zentrale Referenz für unsere Aufgabensteuerung und strategische Entscheidungen in der gesamten Region, sowie der Zusammenarbeit mit unseren Funktionalpartnern. Statt Maßnahmen situativ und isoliert zu bewerten, arbeiten wir konsequent entlang der gemeinsam definierten Ziele und Prioritäten. Das schafft Struktur, erhöht die Entscheidungssicherheit und sorgt dafür, dass wir Ressourcen gezielt einsetzen.
Als Arbeitsgrundlage ist die Strategie für uns integraler Bestandteil unserer Prozesse – von der Projektplanung über Abstimmungen im Team bis hin zur Zusammenarbeit mit Partnern. Sie hilft uns, den Fokus zu halten, Prioritäten klar zu setzen und Maßnahmen konsequent an der strategischen Zielsetzung auszurichten.
Besonders wichtig für den Erfolg bei der Umsetzung ist, dass die Strategie in einem mehrstufigen Prozess entwickelt wurde, in den alle touristischen Akteure sowie wichtige Funktionalpartner eingebunden wurden. Das hilft bei der gegenwärtigen Argumentation von Entscheidungen, da die Tourismusstrategie, die unsere strategische Entscheidungsgrundlage darstellt, in der Gemeinschaft erarbeitet wurde und nun im Zusammenspiel aller Akteure für die Region umgesetzt wird.

© Westerwald Touristik-Service
Für uns in Altenkirchen ist die Strategie Grundlage unserer touristischen Arbeit. Wir orientieren und bei allem was wir tun an der Tourismusstrategie Westerwald 2024+ und der Tourismusstrategie des Landes Rheinland-Pfalz. Bei unserer täglichen Arbeit bietet sie uns einen strukturellen Kompass und ist unser Leitfaden. Wir hinterfragen immer, ob das was wir tun auf die beiden Strategien einzahlt und entwickeln demnach unsere Konzepte und Projekte.
5. Wir hatten in der Strategie verschiedene Umsetzungshilfen definiert - 3-Jahresplan, Beteiligungs-Matrix, jährlicher Workshop im Team zur Jahresplanung, etc. Wie ist eure bisherige Erfahrung mit diesen Instrumenten?
Unsere Erfahrung mit den definierten Umsetzungsinstrumenten ist durchweg positiv – vor allem, weil sie Struktur, Verbindlichkeit und kontinuierliche Steuerung ermöglichen.
Der 3-Jahresplan gibt uns eine klare mittelfristige Orientierung und schafft Planungssicherheit. Gleichzeitig ist entscheidend, dass dieser Plan kein statisches Konstrukt ist, sondern jährlich überprüft und weiterentwickelt wird. Diese wiederkehrende Evaluation – sowohl im Team als auch gemeinsam mit einer Lenkungsgruppe aus touristischen Akteuren und funktionalen Partnern – ist für uns ein zentraler Erfolgsfaktor.
Die Instrumente greifen dabei ineinander: Sie ermöglichen uns, regelmäßig zu reflektieren, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind, Prioritäten anzupassen und Maßnahmen gezielt nachzuschärfen. Gerade die Kombination aus interner Perspektive und externem Feedback erhöht die Qualität der Umsetzung deutlich.
Unterm Strich sehen wir diese Formate nicht als Zusatzaufwand, sondern als integralen Bestandteil unseres Umsetzungsmanagements. Sie sorgen dafür, dass die Strategie nicht nur umgesetzt, sondern aktiv gesteuert und kontinuierlich weiterentwickelt wird.
6. Kommt denn die Strategie auch an der Basis – also bei den Betrieben – an?
Teils, teils. Wir erwähnt, muss die Strategie zunächst mal bei den Touristikern ankommen, verstanden und gelebt werden. Hier haben wir teilweise noch ein wenig Nachbesserungsbedarf. Grundsätzlich sind wir aber sehr froh darüber, dass schon einige die Strategie kennen und anwenden. Bei Projekten mit den Betrieben schauen wir immer, ob diese den Zielen unserer Strategie entsprechen oder wir versuchen das Projektmanagement dahingehend zu steuern.
7. Wir von Kohl > Partner begleiten euch nun ja auch schon seit 2 Jahren in der Umsetzung, welche Bedeutung hat dieser fachliche und strategische Austausch für euch?
Der fachliche und strategische Austausch mit Kohl & Partner hat für uns einen hohen Stellenwert in der Umsetzung.
Wir sehen Kohl & Partner dabei nicht nur als klassischen Berater, sondern vor allem als Sparringspartner auf Augenhöhe. Diese Rolle ist entscheidend, um die Strategie nicht nur formal umzusetzen, sondern sie auch inhaltlich weiterzuentwickeln und kritisch zu hinterfragen.
Die kontinuierliche Begleitung bietet uns konkrete Hilfestellung bei strategischen und operativen Entscheidungen im Alltag. Gerade in komplexen Situationen hilft der externe Blick, Prioritäten zu schärfen, blinde Flecken zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Gleichzeitig unterstützt uns die Zusammenarbeit dabei, die Umsetzung konsequent voranzutreiben. Sie schafft eine zusätzliche Verbindlichkeit, hält den Umsetzungsdruck aufrecht und sorgt dafür, dass wir strategisch auf Kurs bleiben.
So schnell werdet ihr uns also nicht los. Wir hoffen, gemeinsam mit euch noch so einiges in der Region für den Tourismus bewegen zu können und freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit.
Und wir freuen uns darauf, euch weiter bei den vielen positiven Entwicklungen begleiten zu dürfen!
Für alle, die mehr über die Strategieumsetzung im Westerwald erfahren wollen: Einen Live-Bericht gibt es in unserem nächsten PraxisTalk am 12. Mai!

© CC BY SA,: Andreas Pacek, pacek-fotografie.de